Home Garten Bäume Laubbäume Die Magnolie im Garten
Die Magnolie im Garten
tmb_garten_baeume_laubbaeume_die_magnolie_im_gartenGarten Bäume / Laubbäume: Nach trüben Wintertagen sind die schneeweißen, zartrosa oder purpurfarbenen Blüten der Magnolie ein richtiges Seelenelixier, denn Frühjahrszeit ist Magnolienzeit. Es gibt so viele schöne Sorten, dass es schwer fällt, sich für eine zu entscheiden.

Verschiedene Arten der Magnolie

Die Blüten der Magnolie sind aus botanischer Sicht sehr einfach aufgebaut, aber Ihre Schönheit beeinträchtigt das nicht im Geringsten. Im Gegenteil: Es gibt in unseren Gärten nur wenig Bäume und Sträucher, die sich in punkto Blütengröße und –fülle mit den Magnolien messen können. Und je älter Magnolien werden, um so üppiger wird ihre Blütenpracht. Die ist nicht nur fürs Auge, sondern auch für die Nase attraktiv, je nach Magnolien-Art verströmen die Blüten einen betörenden Duft.

Magnolien stammen ursprünglich aus Ostasien und Nordamerika. Besonders die fernöstlichen Arten wie die Stern-Magnolie oder die Purpur-Magnolie (Magnolia liliiflora) `Nigra` und die aus ihnen entstandenen Züchtungen erfreuen sich in unseren Gärten großer Beliebtheit. Ihre tulpen-, lilien- oder sternförmigen Blüten erscheinen oft vor dem Laubaustrieb in einer solchen Fülle, dass die Sträucher oder Bäume aus der Ferne wie weiße, rosafarbene oder rote Wolken wirken. Weitere Vorzüge der asiatischen Magnolien liegen im langsamen Wuchs und in der gartentauglichen Größe.

Nordamerikanische Arten wie die Großblütige Magnolie (Magnolia grandiflora) stehen etwas im Schatten ihrer asiatischen Verwandtschaft. Sie wachsen unter günstigen Bedingungen zu stattlichen Bäumen heran, sind überwiegend Sommerblüher und bis auf die Gurken-Magnolie (Magnolia acuminata) frostempfindlicher als die fernöstlichen Frühlingsblüher.

Magnolien sind anspruchsvoll und doch pflegeleicht

Alle Magnolien fühlen sich an einem sonnigen bis leicht beschatteten, windgeschützten Plätzchen im Garten wohl. Wichtig ist ein humusreicher, nahrhafter und gleichmäßig feuchter Boden. Da Magnolien am Naturstandort meist im Unterholz oder Randbereich von Wäldern gedeihen, sollten Sie die dort vorhandene Laubdecke in Ihrem Garten mit einer Mulchschicht imitieren.

Magnolien sind Flachwurzler und daher im Wurzelbereich sehr empfindlich. Regelmäßige Bodenbearbeitung nehmen sie genauso übel, wie zu tiefes Einpflanzen, und auch ein späteres vielleicht notwendiges Umpflanzen ist problematisch.

Auf jeglichen Schnitt sollten Sie ebenfalls verzichten, weil die Wunden schlecht verheilen und die Sträucher oder Bäume aus dem älteren Holz nicht gut wieder austreiben. Abgestorbene Zweige dürfen Sie natürlich entfernen. Von Anfang an sollten Sie ausreichend Standfläche im Garten einkalkulieren, dann hat die Magnolie genügend Platz ihre volle Schönheit zu zeigen, ohne einen Schnitt über sich ergehen lassen zu müssen. Besonders Tulpen-Magnolien haben einen sehr ausladenden Wuchs und werden leicht über 5 m breit.

Trotz ihrer speziellen Wünsche sind diese außergewöhnlichen Bäume pflegeleicht. Einmal an einen geeigneten Standort gepflanzt, können Sie Ihre Magnolie getrost sich selbst überlassen. Sie wird Sie jährlich aufs Neue mit einer immer üppigeren Blüte überraschen. Krankheiten und Schädlinge sind für die robusten Bäume und Sträucher ebenfalls Fremdworte. Dass sie 100 Millionen Jahre Überlebenskampf in der freien Natur überstanden haben, kommt schließlich nicht von ungefähr.

Immergrüne Magnolie

Alle Magnolien-Züchtungen sind blattabwerfend. Im Herbst verfärben sich die Blätter - und der Baum ist den Winter über kahl. Anders verhält es sich bei der "immergrünen Magnolie": Typisch für diese Art sind die glänzenden Blätter, die in ihrer Form an einen Gummibaum erinnern, und denen auch Frost nichts anhaben kann. Bis zu 20m kann die immergrüne Magnolie werden. Diese hat eine dichte, kegelförmige Krone aus kurzen Ästen. Die riesigen, weißen Blüten bilden sich an den Zweigenden, und das den ganzen Sommer lang.

Tulpen-Magnolie

Die Magnolie, die man besonders oft in Gärten oder öffentlichen Parkanlagen sieht, ist die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulangiana). Ihre Blüten erinnern an exotische Vögel. Seit mehr als 200 Jahren fasziniert der prachtvolle, sehr langsam wachsende Groß-Strauch Pflanzenfreunde in aller Welt. Dieser Edelstein unter den Magnolien funkelt am schönsten vor Nadelgehölzen, mit einer weiß blühenden Kirsche oder freistehend inmitten einer großzügigen Rasenfläche. Diese Magnolie hat etwa zehn Zentimeter lange, tulpenähnliche Blüten, die wie feines Porzellan wirken. Kurz nach dem Öffnen der Knospen sind sie am schönsten. Später hängen die äußeren Blütenblätter immer weiter über. Sie sind weißrosa, es gibt aber auch eine rote Sorte. Das Faszinierende an der Tulpenmagnolie ist die Größe des ausgewachsenen Baumes, diese gleichmäßige, fast runde Form und die großen tulpenähnlichen Blüten, die aufrecht zu Tausenden auf den Ästen sitzen.

Stern-Magnolie

Steht weniger Platz im Garten zur Verfügung, kann man auf Stern-Magnolien zurückgreifen. Die Sorten wachsen sehr kompakt. Was besonders wichtig ist: Bereits junge Stern-Magnolien warten mit einer Blütenfülle auf, die im Frühling ihresgleichen sucht. Wegen der frühen Blütezeit im März sollte der Standort im Garten so gewählt werden, daß man das Blütenwunder vom Fenster aus verfolgen kann. Weil Stern-Magnolien langsam wachsen und selten höher als 2-3m werden, eignen sie sich für Solo-Auftritte im Vorgarten oder auch für einen großen Kübel auf der Terrasse oder dem großen Balkon.

Die schneeweiße Stern-Magnolie `Merrill` ist eine Züchtung, die günstige Eigenschaften wie Wuchskraft, Blütenreichtum und angenehmen Duft in sich vereint. Sie blüht bereits in jungen Jahren.
Die englische Stern-Magnolie `Leonard Messel` ist ein Kleinod: zum Beispiel in Gärten mit japanischem Flair. Ihre Blütentriebe eignen sich hervorragend als Vasenschmuck. Sie verzaubert den Garten mit ihren zart bis kräftig rosa gefärbten Sternblüten. Je kälter der Winter war, desto intensiver ist die Blütenfarbe.
Schneeweiße Stern-Magnolien wie (Magnolia stellata) `Starbright` blühen bereits als junge Sträucher überreich und passen ausgezeichnet in kleine Gärten.

Sommer-Magnolie

Wer auf das Blütenwunder der Frühlings-Magnolie verzichten muß, den tröstet die Sommer-Magnolie (Magnolia sieboldii). Sie tragen das reinste Weiß aller Magnolien, ein Schmuckstück für Ihren Garten in spätfrostgefährdeten Lagen.

Vermehrung der Magnolien-Sträucher durch Absenker

Bei einer Vermehrung durch Absenker, sollten Sie im August einen langen Trieb Ihrer auserwählten Magnolie zu Boden biegen, mit einem Haken festheften und locker mit Garten-Erde anhäufeln. Spätestens im übernächsten Frühjahr müßte der Absenker Ihrer Magnolie Wurzeln gebildet haben. Im Frühjahr, also noch bevor der neue Austrieb beginnt, kann der Absenker (neue Magnolie) abgenommen werden. Pflanzen Sie Ihre neue Magnolie vorsichtig an seinen gut überlegten Bestimmungsort im Garten. Auf keinen Fall zurückschneiden (sie faulen leicht)!
tmb_garten_baeume_laubbaeume_magnolien_bluehen_immer_aussergewoehnlich

Vermehrung der Magnolie durch Samen oder Stecklinge

Magnolien lassen sich auch über Samen und Stecklinge vermehren, was aber nicht immer zuverlässig gelingt.
Samen
Beste Aussaat-Zeit ist im Herbst. Wenn Sie die Samen vorher 48 Stunden im Kühlschrank untergebracht haben (Kältebehandlung) keimen sie besser.
Stecklinge
Bei laubabwerfenden Bäumen oder Sträuchern entnimmt man im Frühsommer Stecklinge mit grünem Holz, oder im Spätsommer solche, die halbverholzt sind. Bei immergrünen Bäumen und Sträuchern werden im Spätsommer/Frühherbst halbverholzte Stecklinge entnommen und in einem hellen und frostfreien Raum in einer Erde-Sand-Gemisch bewurzelt. Nach der Bewurzelung können die Pflanzen im nächsten Frühjahr in den Garten gepflanzt werden.

Magnolie im Kübel

Alle Gartenfreunde, welche in ihrem Garten keinen Platz für eine Magnolie finden, müssen auf den Blütengenuss nicht verzichten. Es gibt eine Alternative, die allerdings erst im Sommer blüht. Wer sich etwas gedulden kann, der wartet bis die Purpur-Magnolie (Magnolia liliiflora) im Juni/Juli ihre Knospen öffnet. Das ist eine rot blühende Magnolie, die sehr attraktiv aussieht, leider aber noch viel zu wenig in unseren Gärten zu finden ist. Die Pflanze wächst sehr langsam und eignet sich hervorragend für die Bepflanzung von großen Gartenkübeln. Da hat man dann beispielsweise eine Dauerbepflanzung für einen Dachgarten, für die Terrasse oder einen großen Balkon.

Weitere Magnolien für Ihren Garten

Alle die hier erwähnten Magnolien gelten als krankheits- und schädlingsfrei. Die zu erwartenden Wuchshöhen beziehen sich auf ein Alter von etwa 15 bis 20 Jahren.

Baumartige Wuchsformen

Baum-Magnolie (Magnolia kobus)
- weiße Blüten im April, duftend, rundlichbreite Krone, Wuchshöhe 10-12 m
Tulpen-Magnolie (M. x soulangiana)
- weißrosa Blüten; duftend, Blütezeit April bis Mai, breitausladende Krone, Wuchshöhe 4-8 m

Strauchige Wuchsformen

Purpur-Magnolie (M. liliiflora) ”Nigra
- dunkelpurpurrote Blüten von April bis Mai, breiter Wuchs, Höhe bis 5 m
Stern-Magnolie (M. loebneri) ”Leonard Messel
- porzellanrosa Blüten von April bis Mai, zart duftend, aufrechter Wuchs, Höhe 3-5 m
Stern-Magnolie (M. loebnerin) ”Merrill
- schneeweiße, angenehm duftende Blüten von April bis Mai, breiter Wuchs, Höhe 5-7 m
Stern-Magnolie (M. stellata) ”Royal Star
- weiße, duftende Blüten von März bis April, breiter Wuchs, Höhe 2-3,5 m
Rote Kelch-Magnolie (Magnolia) “Susan
- purpurrote Blüten von April bis Mai, mitunter sommerliche Nachblüte, breiter Wuchs, Höhe 2-4 m
Sie ist eine sehr junge Magnolien-Sorte und gilt als eine der besten (mehrfach ausgezeichnet). Sie ähnelt mit ihrer breiten Wuchsform der Purpur-Magnolie und die relativ späte Blütezeit (ab Ende April) schützt die lilienartigen Blüten vor Spätfrostschäden.
Sommer-Magnolie (M. sieboldii)
- alabasterweiße Blüten von Juni bis August, leicht überhängender Wuchs, Höhe 2,5-4 m, langsam wachsend
Im Sommer erblühen über Wochen stets neue Knospen mit leuchtendroten Fruchtständen.

Auch Zwergmagnolien sind im Handel zu erstehen, wie die Mädchensorten “Ann“, “Betty“, “Jane“, “Judy“, “Pinky“, “Susan“.

Fast noch unbekannte Magnolien-Schönheit: die gelbe `Elisabeth`

Die klassische Farbpalette der weißen bis roten Magnolien-Blüten im Frühjahr wurde um die Farbe Gelb bereichert. In den USA haben Züchter die Gurken-Magnolie (Magnolia acuminata) mit der asiatischen Yulan-Magnolie (Magnolia denudata) gekreuzt. Das Ergebnis: frostharte, früh blühende Magnolien-Hybriden mit gelben Blüten. Besonders die noch wenig bekannte, elfenbeingelbe, duftende `Elisabeth` wird immer beliebter, weil sie ihre Blüten schon vor dem Laubaustrieb öffnet. Die etwas spätere Magnolie `Butterflies` hat das tiefste Gelb.

Der Afrikanische Tulpenbaum (Spathodea campanulata) wird hierzulande nur in Wintergärten gehalten. Er hat feuerrote Blüten mit gelblichem Rand, die in großen Büscheln zusammenstehen. Er benötigt eine Temperatur um die 15°.

Text: Gartentipps24.de
Bild1©: Karl-Heinz Liebisch
Bild2©: chrissie  / beide Bilder Pixelio